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04.03.2026 – Verantwortung
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Entsiegelung ist nicht nur für Wels ein wichtiges Zukunftsprojekt

Die Entsiegelung städtischer Flächen ist eine zentrale Maßnahme gegen die Folgen des Klimawandels: Sie verbessert das Mikroklima, fördert die Biodiversität und reduziert die Überlastung der Kanalisation bei Starkregen. In Wels wird derzeit das größte Entsiegelungsprojekt der Stadtgeschichte umgesetzt – auf einem Teil des ehemaligen Messegeländes entsteht der neue Volksgarten.

Stadt Flächen-Entsiegelung

 

Entsiegelung ist notwendig für lebenswerte und sichere Städte

Versiegelte Oberflächen aus Asphalt oder Beton verhindern die natürliche Verdunstung von Wasser. Dadurch staut sich die Hitze, die Temperatur steigt an, und kühlt in der Nacht nicht mehr oder kaum noch ab. Die Zahl der Tropennächte, d.h. die Temperaturen sinken nachts nicht mehr unter 20°C, nimmt zu. Bewohner mancher Stadtteile von Linz haben 2024 28 Tropennächte erlebt, was eine massive gesundheitliche Belastung darstellt, da auch Wohnungen nicht mehr abkühlen und sich immer weiter aufheizen kann.

Eine wichtige Maßnahme dagegen ist es, städtische Hitzeinseln durch gezielte Entsiegelung, d.h. durch die Wiederherstellung natürlicher Bodenfunktionen wie Verdunstungskühlung und Wasserversickerung, zu beseitigen. Begrünte und durchlässige Flächen tragen so wesentlich zur Stadtkühlung bei und gleichzeitig profitieren urbane Ökosysteme: Durch die Schaffung naturnaher Lebensräume entstehen neue Rückzugsorte für Vögel, Insekten und Kleinsäuger. Das fördert nicht nur die Biodiversität, sondern verbessert auch die Lebensqualität für die Stadtbevölkerung.

Die Wiederherstellung natürlicher Wasserkreisläufe spielt bei der Entsiegelung eine zentrale Rolle. In vielen Städten führen versiegelte Flächen dazu, dass Regenwasser nicht versickern kann und schnell in die Kanalisation abgeleitet wird. Bei Starkregenereignissen besteht dadurch erhöhte Überschwemmungsgefahr. Entsiegelte, begrünte Flächen schaffen hier Abhilfe, indem sie Wasser aufnehmen, speichern und langsam abgeben. Dadurch wird das Risiko für Überflutungen reduziert und gleichzeitig das Mikroklima verbessert.

Eine verbesserte Wasserversickerung entlastet nicht nur die Kanalisation, sondern hilft auch, wichtige Grundwasserreserven zu stabilisieren. Zusätzlich wird durch intelligente Wasserableitung die Gefahr lokaler Überschwemmungen deutlich reduziert. Diese Aspekte sind vor allem mit Blick auf zukünftige Wetterextreme von großer Bedeutung.

 

Entsiegelung zur Verbesserung von Aufenthaltsqualität und Stadtklima

Im konkreten Fall des Volksgartens in Wels liegt die Fläche direkt an der Traun. Dort steht weniger der Hochwasserschutz durch Versickerung im Fokus, sondern vielmehr die Aufwertung des Stadtklimas und der Aufenthaltsqualität durch die neue Grünfläche. Dennoch zeigt das Projekt beispielhaft, wie klimaangepasste Infrastruktur aussehen kann. Die Entsiegelung bringt nicht nur ökologische Vorteile, sondern auch neue Möglichkeiten der Nutzung und Gestaltung städtischer Räume.

Besonders effektiv wird Entsiegelung, wenn sie mit gezielter Begrünung verbunden wird. In Wels entstehen dabei auf 40.000 m² grüne Inseln mit über 500 neu gepflanzten Bäumen. Diese leisten einen wichtigen Beitrag zur CO2-Bindung von bis zu 15 Tonnen pro Jahr. Die Kombination aus Pflanzen, Erde und Wasser schafft natürliche Kühlzonen mitten im urbanen Raum und verbessert den lokalen Wasserhaushalt. Entsiegelte Flächen können Regenwasser speichern, das Grundwasser auffüllen und lokale Überschwemmungen verhindern. Begrünte Flächen verbessern zudem die Aufenthaltsqualität und machen Städte wieder lebenswerter.

In diesem Stadtteil laufen gleich drei Projekte parallel:

  • der große Volksgarten von der Pollheimerstraße bis zur Almtalbahn,
  • der Neubau der großen Messehalle 22
  • die Brückensanierung bzw. Haltestellenverlegung der ÖBB

Alle Projekte greifen dabei ineinander und dadurch ist die Umsetzung eine komplexe Herausforderung.

Es ist alles andere als Routine, in Wahrheit ist das ein Puzzle mit vielen beweglichen Teilen: neue Wasserleitungen hier, Rückbau von Trafostationen dort, Kanäle verlegen und vieles mehr. Gleichzeitig entstehen Leitungen mit Reservekapazitäten für Erweiterungen, Leerverrohrungen für Ladeinfrastruktur und Kanalschächte, die 15 Zentimeter unter dem Oberflächengrün verschwinden. Technik, die sich zurücknimmt – aber groß genug dimensioniert ist, wenn sie gebraucht wird.

Ein Beispiel dafür ist die neue Trafostation Pollheimerstraße Süd: Sie dient als zentraler Netzknoten, ist für eine Leistung von bis zu 3 Megawatt konzipiert und versorgt den Volksgarten, bindet die Messe Wels an und ermöglicht die Errichtung leistungsstarker Ladeinfrastruktur der Wels Strom GmbH in diesem Bereich.
 

Warum Entsiegelung aufwendig aber notwendig ist

Die Umsetzung eines Entsiegelungsprojekts wie in Wels erfordert umfangreiche Vorarbeiten. Bestehende Infrastrukturen müssen verlegt, Bodenqualität wiederhergestellt und neue Pflegekonzepte entwickelt werden. Häufig sind auch rechtliche und planerische Hürden zu überwinden. Dennoch zeigt sich: Die langfristigen Vorteile überwiegen. Entsiegelte Flächen sind kosteneffizienter in der Regenwasserbewirtschaftung, tragen zur Klimaanpassung bei und verbessern die Lebensqualität der Stadtbewohner deutlich.

Es ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit, unsere Städte durch Projekte wie dieses klimaresilienter zu gestalten. Zugleich bietet Entsiegelung Chancen für neue urbane Nutzungen: vom Gemeinschaftsgarten bis zur Erholungsfläche.

Wels geht mit diesem größten Entsiegelungsprojekt Österreichs voran: Mit der Neugestaltung des ehemaligen Messeareals entsteht ein lebendiger Park, der Stadtklima, Artenvielfalt und Aufenthaltsqualität gleichermaßen verbessert. Die eww Gruppe unterstützt das Vorhaben mit ihrer technischen Expertise und zeigt, wie durchdachte Infrastruktur zur nachhaltigen Stadtentwicklung beitragen kann. Die Landesgartenschau 2027 wird damit zum Schaufenster für eine Stadt, die aktiv auf die Herausforderungen der Zukunft reagiert.

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