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10.07.2023 – Technik
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Windkraftanlage für Private - ein sinnvoller Schritt in eine nachhaltige Zukunft

Eine Windkraftanlage für das Einfamilienhaus klingt nach einem logischen Schritt Richtung Energiewende. Doch lohnt sich eine Kleinwindkraftanlage für Private tatsächlich? Und unter welchen Bedingungen ist ein kleines Windrad sinnvoll?

Windrad für Private


Die Idee ist naheliegend: Wer bereits eine PV-Anlage betreibt, möchte vielleicht zusätzlich Windenergie nutzen und noch unabhängiger vom Stromnetz werden. Gerade in Zeiten steigender Energiekosten suchen viele Hausbesitzer nach Alternativen. Anfragen zur „Windkraftanlage privat“, „Kleinwindkraftanlage Einfamilienhaus“ oder „Mini-Windrad sinnvoll?“ nehmen zu. Tatsächlich sieht man Kleinwindkraftanlagen im Wohngebiet jedoch selten. Das hat Gründe.
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Kleinwindkraftanlage im Einfamilienhaus – Technik und Rahmenbedingungen

Unter Kleinwindkraft versteht man Anlagen mit einer Leistung bis etwa 20 kW und Turmhöhen bis rund 30 Metern. Für private Wohngebäude relevant sind meist Anlagen unter 5 kW und unter 20 Metern Höhe. Bereits hier beginnt die erste Hürde: Genehmigungen, Bauanzeige, Netzanschluss, Abstandsregelungen und landesrechtliche Vorgaben unterscheiden sich je nach Bundesland. Auch Versicherungsfragen sind vorab zu klären. Entscheidend ist jedoch nicht die Genehmigung, sondern der Standort.

Wirtschaftlichkeit einer Kleinwindkraftanlage – was realistisch ist

Die häufigste Frage lautet: Lohnt sich eine Kleinwindkraftanlage? Die klare Antwort aus technischer und wirtschaftlicher Sicht lautet in den meisten Fällen: nein.

  1. Der Ertrag hängt stark vom Standort ab
    Windenergie wächst mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Halbe Windgeschwindigkeit bedeutet nur ein Achtel Ertrag. In dicht bebauten Wohngebieten bremsen Gebäude, Bäume und Verwirbelungen den Wind stark. Das eigene Hausdach ist windtechnisch meist kein idealer Standort. Turbulenzen reduzieren nicht nur den Ertrag, sondern können auch Geräusche und Vibrationen verursachen. Ein optimaler Standort wäre eine freie, exponierte Lage ohne Hindernisse. Das trifft auf klassische Einfamilienhäuser nur selten zu.
     
  2. Die erzeugte Strommenge ist meist gering
    Selbst unter guten Bedingungen erzeugen sehr kleine Anlagen oft nur einige hundert Kilowattstunden pro Jahr. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht zwischen 3.000 und 7.000 kWh jährlich. Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit einer Kleinwindanlage muss daher immer in Relation zum tatsächlichen Jahresertrag gestellt werden.
     
  3. Investitions- und Wartungskosten
    Anschaffung, Fundament, Mast, Netzanschluss und laufende Wartung verursachen Kosten, die in keinem Verhältnis zum realistisch erzielbaren Stromertrag stehen. Die Wirtschaftlichkeit einer Kleinwindkraftanlage im Privatbereich ist daher in typischen Wohnlagen meist nicht gegeben.
     

Vertikale Windkraftanlagen – Lösung für Städte?

Vertikale Windkraftanlagen werden häufig als besonders geeignet für den städtischen Bereich beworben. Sie sind kompakter, drehen sich um eine vertikale Achse und sollen auch bei turbulenten Windverhältnissen arbeiten. Auch hier gilt: Ohne ausreichende mittlere Windgeschwindigkeit bleibt der Ertrag begrenzt. Die physikalischen Grenzen lassen sich durch Bauform oder Design nicht aufheben.

Wann kann eine private Windkraftanlage sinnvoll sein?

Eine Kleinwindkraftanlage kann unter speziellen Bedingungen funktionieren:

  • exponierte Lage mit konstant guter Windverfügbarkeit
  • landwirtschaftliche Betriebe oder große Grundstücke
  • Kombination mit Inselanlagen oder abgelegenen Objekten

Für klassische Einfamilienhäuser in Wohnsiedlungen trifft das in der Regel nicht zu.

 

Welche Alternativen sind wirtschaftlich sinnvoller?

Wer seine Energiekosten nachhaltig senken und unabhängiger werden möchte, erzielt in den meisten Fällen deutlich bessere Ergebnisse mit:

  • einer gut geplanten Photovoltaikanlage
  • einem passenden Batteriespeicher
  • intelligenter Verbrauchssteuerung
  • Effizienzmaßnahmen im Haushalt
  • einer Wärmepumpe in Kombination mit PV

Photovoltaik liefert planbare Erträge, ist technisch ausgereift und wirtschaftlich nachvollziehbar kalkulierbar. Die Lebensdauer moderner PV-Module liegt bei 20 Jahren und mehr.
 

Fazit: Kleinwindkraftanlage im Einfamilienhaus realistisch betrachtet

Windenergie ist eine tragende Säule der Energiewende, allerdings vor allem im großtechnischen Maßstab. Für private Wohngebäude gilt: Die Wirtschaftlichkeit einer Kleinwindkraftanlage ist stark standortabhängig und unter typischen Bedingungen meist nicht gegeben. Wer sich mit dem Thema beschäftigt, sollte Ertrag, Investition und laufende Kosten nüchtern gegenüberstellen.

Als Welser Energieexperte empfehlen wir, vor einer Investition in ein kleines Windrad zunächst die Potenziale von Photovoltaik, Speicherlösungen und Effizienzmaßnahmen zu prüfen. Dort liegen in der Praxis die deutlich größeren und verlässlicheren Hebel für eine nachhaltige und wirtschaftlich sinnvolle Energiezukunft.
 

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information. Die eww Gruppe bietet keine Windkraftanlagen an – wir empfehlen Ihnen Produktvergleiche, um den richtigen Anbieter zu finden:

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