Virtuelles Wasser: Sich des indirekten Wasserverbrauchs bewusst werden.

15.06.2021  –  Information

Rund 130 Liter Trinkwasser täglich brauchen die Österreicherinnen und Österreicher durchschnittlich pro Kopf im Haushalt. Sie gehen dabei durchaus achtsam mit der kostbaren Ressource um: Als Durstlöscher, zum Kochen, Duschen oder Bewässern des Gartens wird das Trinkwasser überwiegend bewusst eingesetzt. Diese Menge deckt aber längst nicht alles ab, was täglich an Wasser verbraucht wird.

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Mit jedem Produkt, das wir konsumieren, wird Wasser in Anspruch genommen, das zur Herstellung der Ware gebraucht oder verschmutzt wurde oder zum Beispiel für das Wachstum von Pflanzen verbraucht wird – das sogenannte „virtuelle“ Wasser. Es steckt in zahlreichen Produkten des Alltags: vom Auto über den Laptop bis hin zur Kleidung. Der größte Teil entfällt auf Nahrungsmittel und andere landwirtschaftliche Produkte. So stecken zum Beispiel jeweils 1.000 Liter „virtuelles“ Wasser in nur 10 Espressi-Tassen, 9 Kilogramm Tomaten oder in 1/3 eines Baumwoll-T-Shirts. Je mehr "virtuelles" Wasser wir verbrauchen, desto größer ist unser sogenannter "Wasserfußabdruck".

Wieviel virtuelles Wasser verbrauchen wir?

Die in Österreich für den Konsum verfügbaren Produkte stammen entweder aus heimischer Produktion oder aus Importen. Die folgenden Beispiele zeigen, wie viel „virtuelles“ Wasser in Produkten steckt und wie sich daraus der Wasserfußabdruck einer Person in Österreich pro Tag zusammensetzt.

  • Tomaten: In Österreich stehen jährlich 140.000 Tonnen Tomaten für den Konsum zur Verfügung. Daraus ergibt sich pro Tag pro Person ein Wasserfußabdruck von 5 Litern.
  • Kaffee: In Österreich stehen jährlich 52.000 Tonnen gerösteter Kaffee für den Konsum zur Verfügung. Daraus ergibt sich pro Tag pro Person ein Wasserfußabdruck von 224 Litern.
  • Baumwolle: Der Konsum von Textilien ist sehr stark gestiegen, der Anteil von Baumwolle ist dabei gesunken. In Österreich stehen jährlich 71.000 Tonnen Baumwolle zum Konsum zur Verfügung. Das entspricht einem Wasserfußabdruck von 286 Litern pro Tag pro Person.

Der versteckte Verbrauch macht ein Vielfaches des Direktverbrauchs aus. Laut der Studie „Virtuelles Wasser 2021“ werden in Österreich rund 4.700 Liter virtuelles Wasser pro Tag pro Person genützt. 
Das entspricht in etwa 30 Badewannen, die mit 150 Liter gefüllt sind. 

Wolfgang Nöstlinger
Vorstandsdirektor eww Gruppe

Die Österreicherinnen und Österreicher sind in der glücklichen Situation, ihr Trinkwasser aus gut geschütztem Grundwasser aus Quellen und Brunnen zu erhalten – das ist eine Besonderheit und in anderen Ländern der Europäischen Union keine Selbstverständlichkeit. Damit das auch in Zukunft zu bleibt, setzt die ÖVGW sich besonders für den Schutz der Ressource ein. Mit der Studie "Virtuelles Wasser 2021" wollen wir zeigen, dass jeder und jede etwas zum sorgsamen Wasserverbrauch auch über Österreich hinaus beitragen kann.

Auf Reduktion des Wasserfußabdrucks achten

Wie viel Wasser für die Herstellung eines Produkts benötigt wird, hängt sehr stark von Produktions- und Umweltfaktoren ab: 

Es macht z.B. einen Unterschied, unter welchen klimatischen Bedingungen Kaffee angebaut wird und ob die natürlichen Regenmengen ausreichen oder ob künstlich bewässert werden muss. Problematisch wird es also, wenn entweder in niederschlagsarmen, trockenen Gegenden viel Wasser verbraucht wird oder große Mengen an Wasser verunreinigt werden. Der Klimawandel mit seinen Herausforderungen für die Wasserversorgung bewirkt, dass Trinkwasser zu einer immer wichtigeren und weltweit knapperen Ressource wird. Und hier kommt – neben anderen Faktoren – auch unser Konsumverhalten ins Spiel, das den globalen Wasserverbrauch mit beeinflusst. 

Wie können Sie Ihren Wasserfußabdruck reduzieren?

  • Kaufen Sie bedarfsorientiert ein.
  • Kaufen Sie möglichst regionale und saisonale Produkte.
  • Werfen Sie Lebensmittel nicht unnötig weg.

 

Quelle: ÖVGW / Bundesministerium Landwirtschaft, Regionen und Tourismus

Foto: Christian Lendl

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