Flachwasserzonen an der Traun als wertvolle Lebensräume

20.08.2020  –  Information

Beim Kraftwerksneubau in Traunleiten hat Wels Strom den Naturraum für Vögel und Fische optimiert. Oberhalb des Kraftwerks wurde ein neuer Bruthügel angelegt, entlang des Urbeckens der Traun entstanden neue Schotterbänke.

 

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Die Begleitmaßnahmen sind für das Ökosystem des Europaschutzgebietes „Untere Traun“ überaus wertvoll. „Der Flussuferläufer zum Beispiel braucht die Schotterbänke als Brutplatz“, weiß Naturwacheorgan und eww Ökoreferent Werner Forstinger. Solche Flachwasserzonen seien auch für die Elritze sehr bedeutend. „In der Ökologie kommt diesem Kleinfisch eine wesentliche Aufgabe zu, weil er sich vor allem von den Larven der Mücken ernährt.“ Der Schwarmfisch nutzt im Mai die Flachwasserzonen zum Laichen, der Flussuferläufer zur Nahrungssuche. 

Wer in der Natur unterwegs sei, sollte deshalb immer achtsam und rücksichtsvoll agieren, appelliert Werner Forstinger: „Selbst, wenn die Versuchung groß ist, sollte auf Schotterbänken nicht campiert, gegrillt oder gefeiert werden.“
Rund einen Kilometer oberhalb der Wehranlage hat Wels Strom auf Gunskirchner Seite bereits im Vorjahr mit einem neuen Nebengerinne ein Biotop wie aus dem Bilderbuch geschaffen. „Damit wurde eine Situation wie vor mehr als 100 Jahren wiederhergestellt, bevor die Traunufer aus Hochwasserschutzgründen verbaut wurden. Beispielsweise finden dort Schellenten, Eisvögel und pfeilschnell tauchende Wasseramseln ideale Lebensräume und Brutbedingungen vor“, erläutert Ing. Friedrich Pöttinger, MSc, Geschäftsführer von Wels Strom und Naturwachorgan. 

Der neue, oberhalb des Kraftwerks angelegte Bruthügel bietet zum einem für Greifvögel eine ideale Möglichkeit, um Beutetiere zu erspähen, zum anderen für den Eisvogel Brutmöglichkeiten in einer Steilwand. Der von kobaltblau bis türkisgrün schillernde Vogel mit dem langen Schnabel legt seine Höhle in sandigen Steilwänden an und ernährt sich von Kleinfischen, Kaulquappen und Wasserinsekten. Der Erhalt von naturnahen Aulandschaften mit Gehölzen und klaren Gewässern ist für den Eisvogel überlebenswichtig. Wels Strom hat in Traunleiten und Umgebung mehr als 10.000 standorttypische Bäume und Sträucher von mehr als 30 Arten gepflanzt. Damit wurden nicht nur die Baustellenflächen begrünt, sondern es entstanden auch drei Hektar neue Waldflächen in Traunleiten.

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