Vorbereitet für ein Blackout

Blackouts mit tagelangen landesweiten Stromausfällen, Güterknappheit, Versorgungsproblemen und mehr – Schreckensszenarien, die man nur aus dem Fernsehen kennt, oder? Aufgrund der engen Zusammenarbeit der europäischen Netzbetreiber bleibt ein kritischer Einbruch der Netzfrequenz eher unwahrscheinlich.

Trotzdem ist es auch für Privathaushalte ratsam, auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Denn sollte es tatsächlich zu einem solchen Schadensfall überregionalen Ausmaßes kommen, kann niemand genau vorhersehen, welche Folgen dieser mit sich zieht.
 

Wir informieren Sie:

Was ist ein Blackout?​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​

Was passiert bei einem überregionalen Stromausfall?​​​​​​​​​​​​​​

Was passiert mit der Versorgung in Wels?

Wie kann ich mich auf einen Blackout vorbereiten?​​​​​​​

Was ist ein Blackout?

Definition Blackout

Als Blackout versteht man plötzliche, überregionale Stromausfälle, die große Stromnetze betreffen. Stromausfälle dieser Art führen zu Infrastrukturausfällen in Bezug auf Telekommunikation, Wasser, Abwasser, Geld, Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung. Auch erhebliche Einschränkungen nach dem Katastrophenfall sind bezeichnend für Stromausfälle dieser Größe.

Ursachen Blackout

Ursachen für eine solche Ausnahmesituation können höhere Gewalten, Naturkatastrophen, netzbetriebliche Fehler sowie menschliche Bedrohungen wie Sabotage und (Cyber-)Terrorismus sein.

Zum Wiederaufbau der Stromversorgung sind nach dem Ereignis koordinierte Teilnetzbildungen und der Einsatz dezentraler Kraftwerke nötig, um im gesamten Stromnetz die Grundspannung wieder herzustellen.

Was passiert bei einem überregionalen Stromausfall?

Auswirkungen Blackout

Mehr als Ihnen vielleicht bewusst ist, hängt unser Leben von einer intakten Stromversorgung ab – in Städten noch mehr als am Land. Bricht diese zusammen, sind mehrere Bereiche davon betroffen:

  • Telekommunikation (Internet, Fernsehen, Radio und Telefon)
  • Lebensmittelversorgung (Anlieferung von Lebensmitteln, Hygieneprodukten und Medikamenten, Kühlung in den Supermärkten, Kassensysteme, etc.)
  • Verkehr (Ampeln, Tunnel- und Straßenbeleuchtung, Tankstellen, …)
  • Transport und öffentliche Verkehrsmittel
  • Wasser- und Abwasser
  • Heizungssysteme

Wie lange dauert ein Blackout?

Ganz Europa hängt in einem gesamten Verbundnetz zusammen. Und genau darin besteht die besondere Herausforderung im Falle des Falles: die Synchronisation und das Zusammenschließen der einzelnen über Europa verteilten Versorgungsinseln, um zu einem funktionierenden Stromnetz zurückzukehren. Das kann je nach Ursache wenige Stunden dauern oder einige Tage in Anspruch nehmen. Zur Wiederherstellung der Stromversorgung sind europaweit genaue Handlungspläne ausgearbeitet worden. In verschiedenen Versuchsannahmen werden diese immer wieder geübt.

Bei einem tatsächlichen überregionalen Stromausfall wird zunächst von Übertragungsnetzbetreibern ein Lagebild erstellt. Danach nimmt in Österreich die APG (Austria Power Grid AG) die Führung des Wiederaufbaus der Stromversorgung in die Hand.

 

Alle regionalen Netzbetreiber sind verpflichtet, diese dabei bestmöglich zu unterstützen und gehen in mehreren Schritten nach einem festgelegten „Konzept zum koordinierten Netzwiederaufbau in (Ober)Österreich“ vor:

  1. Zunächst wird nach einem festgelegten Schaltschema das oberösterreichische Netz vom restlichen getrennt.
  2. Mit „schwarzstartfähigen“ Kraftwerken, die ohne elektrische Zusatzenergie wieder vollständig hochfahren können, werden erste Versorgungsinseln innerhalb von Teilnetzbereichen aufgebaut.
  3. So können nicht schwarzstartfähige Kraftwerke wieder angefahren werden. 
  4. Das gesamte europäische Übertragungsnetz wird dann durch das Zuschalten der Pumpspeicherkraftwerke, die sich in den österreichischen und Schweizer Alpen befinden, wieder bespannt. 

 

Was passiert mit der Versorgung in Wels?

Stromversorgung in Wels

Bei einem überregionalen Stromausfall kann dieser in der Regel nicht von einem einzelnen Energieversorger behoben werden, so auch in Wels.

Die eww ist jedoch selbstverständlich gut vernetzt mit anderen Energieversorgern und integriert in den „Notfallplan Österreich“ der APG.

Es existieren detaillierte Netzwiederaufbaupläne, in denen geregelt ist, welcher Energieversorger was zu tun hat. Verantwortlich für die Umsetzung des Notfallplanes ist die APG, die alle Maßnahmen in ganz Österreich koordiniert.

Siehe Infos weiter oben im Text.​​​​​​​

Gasversorgung funktioniert auch ohne Strom

Für viele Haushalte stellt sich natürlich auch die Frage, was passiert im Falle eines Blackouts mit meiner Gasversorgung? Hier heißt es jedoch aufatmen – zumindest für einen gewissen Zeitraum.

Das Gasnetz in Wels kann auch ohne Strom betrieben werden und bleibt daher für die öffentliche Gasversorgung solange aufrecht, solange Gas an den Übergabepunkten von den Vorlieferanten bzw. dem vorgelagerten Netzbetreiber zur Verfügung gestellt wird.
Diese Zeitspanne beträgt für das Marktgebiet, indem Wels sich befindet, mindestens 3 Tage bei voller Abnahme.

Auch zum Thema Sicherheit brauchen Sie sich keine Sorgenmachen: Durch ein Blackout wird weder die Sicherheit von Erdgasleitungsanlagen, noch jene von Gasverbrauchseinrichtungen (Gasthermen, Gasherd) beeinflusst.

Mehr Infos zum Erdgas​​​​​​​

Welser Wasser fließt immer

Mit der Angst vor einem überregionalen Stromausfall ist immer auch die bange Frage verbunden, ob denn bei einem solchen Blackout die Versorgung mit Trinkwasser noch gesichert sei. „Das können wir bei eww ganz klar mit einem Ja beantworten“, informiert Vorstandsdirektor Wolfgang Nöstlinger.

Die Anlagen der eww Gruppe sind so ausgelegt, dass das Wasser aufgrund der Höhendifferenz von den Hochbehältern in Edtholz und Traunleiten in die Haushalte in Wels und angrenzende Gemeinden fließt. Der natürliche Wasserdruck reicht dafür aus. Nur bei etwas höher gelegenen Haushalten würde das Wasser nicht mehr mit ausreichendem Druck aus der Leitung fließen, deswegen wird dort mittels Pumpen nachgeholfen. Sollte der Strom für diese Pumpen ausfallen, beginnen Notstromaggregate zu laufen, sodass die Versorgung für alle ans eww Wassernetz angeschlossenen Kunden gesichert ist.

Daher sind Welser Haushalte auch im Krisenfall mit sauberem Trinkwasser versorgt. ​​​​​​​

Abwassersystem mit natürlichem Gefälle

Auch die Abwasserversorgung ist von einem Blackout betroffen, da Hebeanlagen im Abwassersystem ausfallen können. Die Folge: Die Abwässer können nicht zur Kläranlage transportiert werden und Straßen und Keller werden überschwemmt.

Für Wels ist so ein Szenario eher unwahrscheinlich. Die eww errichtet und betreibt in der Stadt Wels das Abwassersystem nach den gültigen Regeln und Normen, was unter anderem auch bedeutet, dass die Entsorgung grundsätzlich über ein natürliches Gefälle erfolgt. Hin und wieder sind natürlich auch Hebeanlagen notwendig und müssen dort in das System eingebaut werden, wo ein solch natürliches Gefälle nicht gegeben bzw. nicht möglich ist.

Die Funktion dieser Hebeanlagen ist fernüberwacht, im Falle eines Stromausfalles sind diese USV (unabhängige Stromversorgung) versorgt und daher ist eine Fremdstromeinspeisung möglich. Sollte nun ein länger andauernder Stromausfall stattfinden, werden diese Hebeanlagen nach einer Prioritätenliste von Mitarbeiten der eww abgefahren und über Notstromaggregate in Betrieb genommen. 
So ist ein Abtransport der Fäkalien bis zum Hauptsammler des Welser Abwasserverbandes und in die Kläranlage jederzeit gewährleistet.

Trotzdem kann es auch zu einem Kanalrückstau kommen, hierbei möchten wir sie auf den Punkt IV.-3 unserer allgemeinen Einleitbedingungen​​​​​​​​​​​​​​ hinweisen.

Fernwärme: Sicherheit durch Vielseitigkeit

Eine Frage, die sich sicher viele stellen:  Auch wenn nun die Wasserversorgung in Wels sichergestellt ist, können wir bei einem Blackout mit Warmwasser rechnen? Die Antwort lautet: Ja.

Die eww setzt auf das Projekt Zukunftsinitiative Fernwärme und versorgt bereits seit 1959 sowohl private Haushalte, als auch gewerbliche und industrielle Kunden mittels des Wärmenetzes.

In das Wärmenetz der eww, das immer mehr ausgebaut wird, können verschiedene Wärmeerzeuger unabhängig voneinander eingespeist werden. Redundante Netzpumpen transportieren das Heißwasser rund um die Uhr, 365 Tage zu den einzelnen Kundenanlagen

Für den Fall eines Stromausfalls sind in jeder Erzeugungsanlage Netzpumpen in Betrieb, welche über Notstromaggregate verfügen. Außerdem ist die Fernwärme ein sehr „träges“ Medium und kühlt sehr langsam aus. Das bedeutet, auch wenn die Wärmeerzeuger für einen gewissen Zeitraum ausfallen würden, wäre das Warmwasser noch für einige Zeit gesichert.​​​​​​​

 

Infos zur Fernwärme

Fernwärmeausbau - Infos Projekt Nordring​​​​​​​

Wärmeerzeuger des eww Wärmenetzes: 

  • Thermische Abfallverwertung (derzeit Hauptproduzent)
  • Fernheizwerk mit zwei neuen Heißwasserkesseln als erdgasversorgte Ausfallsreserve und Spitzenlastabdeckung (+5.000 Kubikmeter Heißwasserspeicher)
  • Biomasse-Heizwerk in Thalheim bei Wels
  • Solarthermie-Anlage auf dem Gebäude der Welser Messe
  • mobiles Blockheizwerk

 

Wie kann ich mich auf einen Blackout vorbereiten?

Eigenverantwortung

Was tun bei Blackout?

Als erste Regel gilt: Versuchen Sie Ruhe zu bewahren! 

  1. Bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause.
  2. Warten Sie auf weitere Informationen seitens Radiostationen. Auch wenn die normalen Kommunikationskanäle nicht mehr funktionieren, wechseln die Systeme des öffentlichen Rundfunks für mehrere Tage auf Notsendebetrieb. Nutzen Sie Autoradios oder batteriebetriebene Radios zum Empfangen der Informationen. 
  3. Überprüfen Sie alle Geräte, die zuvor eingeschaltet waren und schalten Sie diese aus. Am besten schalten Sie direkt am Sicherungskasten die entsprechenden Sicherungen aus. So helfen Sie nämlich zusätzlich, eine Überlastung des Stromnetzes während des Wiederanfahrens zu vermeiden. 

Was sollte man bei einem Blackout zuhause haben?

Obwohl niemand gern an einen Krisenfall denkt, ist es ratsam trotzdem vorbereitet zu sein. Weder Zeitpunkt noch die Dauer dieser Ausnahmesituation können vorhergesagt werden, deshalb sollten Sie folgende Dinge zu Hause haben:

  • Empfangsgeräte (Kurbelradio oder Batterieradio mit Ersatzbatterien)
  • Lebensmittel und Getränke für 7 Tage
  • evtl. auch Futter für Haustiere
  • Kochgelegenheit (z.B. Gaskocher inkl. Gaskartusche)
  • Kerzen, Zündhölzer, Feuerzeug, Taschenlampe
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung und wichtige Medikamente
  • Bargeld
  • Hygieneartikel wie Zahnbürste, Zahnpasta, Seife, Toilettenpapier, Müllbeutel, Windeln, Tampons/Binden, Waschmittel
  • alternative Heizmöglichkeit (Kachel- oder Kaminofen inkl. Holz/Pellets, Heizgeräte, die mit Petroleum oder Flaschengas betrieben werden)
  • Schlafsäcke, Decken, warme Kleidung
  • Wasser: normalerweise gilt die Regel ca. 2 Liter Wasser pro Person und Tag - allerdings müssen Sie sich in Wels keine Sorgen um das Trinkwasser machen.
    ​​​​​​​Mehr dazu hier​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​
  • Notstromaggregate sind nur dann notwendig, wenn Personen mit Erkrankungen, Tiere oder technische Systeme im Haushalt sind, die diese Energieversorgung benötigen (z.B. in Ställen, für Hebeanlagen für Abwasser, etc.)
    Wichtig: Notstromaggregate sollten unbedingt von einem Fachmann zeitgerecht installiert und regelmäßig gewartet werden.