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„Biogas ist viel zu wertvoll, um es einfach zu verstromen.“ Dieser Gedanke war der Ausgangspunkt für den Bau einer innovativen Biomethan-Aufbereitungsanlage der Biogas Trattnachtal GmbH. Nach einer Ausschreibung setzte sich Wels Strom mit ihrem Konzept durch.
Biogas Trattnachtal-Geschäftsführer Daniel Schürz spricht über Pioniergeist, technische Herausforderungen und warum Vertrauen bei der Wahl des Partners eine zentrale Rolle spielte.
Fotorechte: ©Lehner Markus
Herr Schürz, sie haben sich als einer der ersten Betreiber Österreichs für eine Biomethan-Aufbereitung mit Membrantechnologie entschieden. Warum?
Für mich war immer klar: Biogas ist viel zu wertvoll, um es einfach zu verstromen. Strom kann man aus anderen Quellen günstiger erzeugen. Biomethan hat dagegen große Vorteile: Wir haben ein bestehendes Gasnetz, können Energie speichern und flexibel einsetzen. Deshalb wollten wir diesen Weg gehen und nicht darauf warten, bis irgendwann die gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Wie herausfordernd war dieser Weg?
Wir haben gewusst, dass wir uns für eine Technologie entscheiden, die es in dieser Form noch nicht oft gibt. Da kann man nicht erwarten, dass man den Schlüssel umdreht und die Anlage vom ersten Tag an zu 100 Prozent läuft. Wir haben fast ein Jahr gebraucht, um sie Schritt für Schritt zu optimieren. Heute erreichen wir genau jene Leistung und Qualität, die wir mit Wels Strom vereinbart haben.
Was waren die Erfolgsfaktoren?
Entscheidend waren die offene Kommunikation und das gegenseitige Vertrauen. Die Planung und Modellrechnungen von Wels Strom waren sehr gut. Die Werte, die damals für die Auslegung der Anlage ermittelt wurden, bestätigen sich heute im Betrieb. Mir war während der Planung und Umsetzung wichtig, dass offen kommuniziert wird und man weiß, woran man ist. Natürlich war die lange Optimierungsphase wirtschaftlich herausfordernd. Aber Wels Strom ist drangeblieben und hat mit Hochdruck an Lösungen gearbeitet.
Was macht die Anlage besonders?
Für uns war entscheidend, dass die Anlage möglichst flexibel und ausfallsicher ist. Genau das schaffen wir mit der modularen Bauweise. Wir können einzelne Module zu- oder abschalten und die Leistung an den aktuellen Biogasanfall anpassen. Dadurch können wir sehr flexibel reagieren – ohne Einbußen beim Stromverbrauch oder bei der Effizienz der Anlage. Ein Totalausfall ist damit nahezu unmöglich.
Die Membrantechnologie ist das Herzstück, warum haben Sie sich dafür entschieden?
Die Membran ist für uns genau das Richtige. Voraussetzung ist natürlich, dass die Gasvorreinigung passt. Dann hat sie eine sehr lange Lebensdauer und ist praktisch wartungsfrei. Wir brauchen keine Chemikalien und haben eine saubere, trockene Anlage. Bei der Membrantechnologie hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan – sie ist heute wirklich mehr als nur konkurrenzfähig. Und wir sind stolz, dass wir hier eine echte Oberösterreich-Lösung umgesetzt haben: mit der Anlagentechnik von Wels Strom, den Membranen von Evonik und dem Netzbetreiber aus Oberösterreich.
Ist diese Anlage nicht auch ein Modell für andere Klär- und Biogasanlagenbetreiber?
Die Anlage ist auf jeden Fall skalierbar, genau das war eines unserer Ziele. Ich glaube, dass sie für viele Kläranlagenverbände ein interessantes Modell sein kann. Das Interesse ist jedenfalls groß – wir haben viele Anfragen und Besichtigungen, vor allem von Biogasanlagenbetreibern. Entscheidend ist aber, dass die Rahmenbedingungen passen. Jede Kläranlage ist anders. Deshalb muss man jeden Standort einzeln betrachten und das Gesamtkonzept darauf abstimmen.
Welchen Stellenwert wird Biomethan künftig in der Energieversorgung haben?
Biomethan kann einen wichtigen Beitrag leisten. Es kann fossiles Erdgas ersetzen, Importe reduzieren und die Wertschöpfung im eigenen Land halten. Das Potenzial ist groß. Jetzt braucht es verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen, damit dieses Potenzial auch genutzt wird. Österreich hat im Biogasbereich in den vergangenen Jahrzehnten viel Know-how aufgebaut. Es wäre schade, wenn wir das jetzt links liegen lassen würden.
Würden Sie ein solches Projekt noch einmal mit Wels Strom umsetzen?
Ja, auf jeden Fall. Die Zusammenarbeit und das Vertrauen waren da. Nicht alles lässt sich vertraglich festhalten – oft zählt auch der Handschlag. Genau auf dieses Vertrauen konnten wir uns während des gesamten Projekts verlassen.

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