Blackouts mit tagelangen landesweiten Stromausfällen, Güterknappheit, Versorgungsproblemen und mehr – Schreckensszenarien, die man nur aus dem Fernsehen kennt, oder? Aufgrund der engen Zusammenarbeit der europäischen Netzbetreiber bleibt ein kritischer Einbruch der Netzfrequenz eher unwahrscheinlich.

Trotzdem ist es auch für Privathaushalte ratsam, auf den Ernstfall vorbereitet zu sein. Denn sollte es tatsächlich zu einem solchen Schadensfall überregionalen Ausmaßes kommen, kann niemand genau vorhersehen, welche Folgen dieser mit sich zieht.

Eines ist gewiss: Die Wasserversorgung der Welser Haushalte​​​​​​​​​​​​​​ ist krisensicher und im Falle eines Blackouts gewährleistet.
 

Definition Blackout?

Als Blackout versteht man plötzliche, überregionale Stromausfälle, die große Stromnetze betreffen. Stromausfälle dieser Art führen zu Infrastrukturausfällen in Bezug auf Telekommunikation, Wasser, Abwasser, Geld, Lebensmittel- und Gesundheitsversorgung. Auch erhebliche Einschränkungen nach dem Katastrophenfall sind bezeichnend für Stromausfälle dieser Größe.

Zum Wiederaufbau der Stromversorgung sind nach dem Ereignis koordinierte Teilnetzbildungen und der Einsatz dezentraler Kraftwerke nötig, um im gesamten Stromnetz die Grundspannung wieder herzustellen.
Ursachen für eine solche Ausnahmesituation können höhere Gewalten, Naturkatastrophen, netzbetriebliche Fehler sowie menschliche Bedrohungen wie Sabotage und (Cyber-)Terrorismus sein.

Auswirkungen Blackout

Mehr als Ihnen vielleicht bewusst ist, hängt unser Leben von einer intakten Stromversorgung ab – in Städten noch mehr als am Land. Bricht diese zusammen, sind mehrere Bereiche davon betroffen:

  • Telekommunikation (Internet, Fernsehen, Radio und Telefon)
  • Lebensmittelversorgung (Anlieferung von Lebensmitteln, Hygieneprodukten und Medikamenten, Kühlung in den Supermärkten, Kassensysteme, etc.)
  • Verkehr (Ampeln, Tunnel- und Straßenbeleuchtung, Tankstellen, …)
  • Transport und öffentliche Verkehrsmittel
  • Wasser- und Abwasser
  • Heizungssysteme

Wie lange dauert ein Blackout?

Ganz Europa hängt in einem gesamten Verbundnetz zusammen. Und genau darin besteht die besondere Herausforderung im Falle des Falles: die Synchronisation und das Zusammenschließen der einzelnen über Europa verteilten Versorgungsinseln, um zu einem funktionierenden Stromnetz zurückzukehren. Das kann je nach Ursache wenige Stunden dauern oder einige Tage in Anspruch nehmen. Zur Wiederherstellung der Stromversorgung sind europaweit genaue Handlungspläne ausgearbeitet worden. In verschiedenen Versuchsannahmen werden diese immer wieder geübt.

Bei einem tatsächlichen überregionalen Stromausfall wird zunächst von Übertragungsnetzbetreibern ein Lagebild erstellt. Danach nimmt in Österreich die APG (Austria Power Grid AG) die Führung des Wiederaufbaus der Stromversorgung in die Hand.

 

Alle regionalen Netzbetreiber sind verpflichtet, diese dabei bestmöglich zu unterstützen und gehen in mehreren Schritten nach einem festgelegten „Konzept zum koordinierten Netzwiederaufbau in (Ober)Österreich“ vor:

  1. Zunächst wird nach einem festgelegten Schaltschema das oberösterreichische Netz vom restlichen getrennt.
  2. Mit „schwarzstartfähigen“ Kraftwerken, die ohne elektrische Zusatzenergie wieder vollständig hochfahren können, werden erste Versorgungsinseln innerhalb von Teilnetzbereichen aufgebaut.
  3. So können nicht schwarzstartfähige Kraftwerke wieder angefahren werden. 
  4. Das gesamte europäische Übertragungsnetz wird dann durch das Zuschalten der Pumpspeicherkraftwerke, die sich in den österreichischen und Schweizer Alpen befinden, wieder bespannt. 

 

Was tun bei Blackout?

Als erste Regel gilt: Versuchen Sie Ruhe zu bewahren! 

  1. Bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause.
  2. Warten Sie auf weitere Informationen seitens Radiostationen. Auch wenn die normalen Kommunikationskanäle nicht mehr funktionieren, wechseln die Systeme des öffentlichen Rundfunks für mehrere Tage auf Notsendebetrieb. Nutzen Sie Autoradios oder batteriebetriebene Radios zum Empfangen der Informationen. 
  3. Überprüfen Sie alle Geräte, die zuvor eingeschaltet waren und schalten Sie diese aus. Am besten schalten Sie direkt am Sicherungskasten die entsprechenden Sicherungen aus. So helfen Sie nämlich zusätzlich, eine Überlastung des Stromnetzes während des Wiederanfahrens zu vermeiden. 

Was sollte man bei einem Blackout zuhause haben?

Obwohl niemand gern an einen Krisenfall denkt, ist es ratsam trotzdem vorbereitet zu sein. Weder Zeitpunkt noch die Dauer dieser Ausnahmesituation können vorhergesagt werden, deshalb sollten Sie folgende Dinge zu Hause haben:

  • Empfangsgeräte (Kurbelradio oder Batterieradio mit Ersatzbatterien)
  • Lebensmittel und Getränke für 7 Tage
  • evtl. auch Futter für Haustiere
  • Kochgelegenheit (z.B. Gaskocher inkl. Gaskartusche)
  • Kerzen, Zündhölzer, Feuerzeug, Taschenlampe
  • Erste-Hilfe-Ausrüstung und wichtige Medikamente
  • Bargeld
  • Hygieneartikel wie Zahnbürste, Zahnpasta, Seife, Toilettenpapier, Müllbeutel, Windeln, Tampons/Binden, Waschmittel
  • alternative Heizmöglichkeit (Kachel- oder Kaminofen inkl. Holz/Pellets, Heizgeräte, die mit Petroleum oder Flaschengas betrieben werden)
  • Schlafsäcke, Decken, warme Kleidung
  • Wasser: normalerweise gilt die Regel ca. 2 Liter Wasser pro Person und Tag - allerdings müssen Sie sich in Wels keine Sorgen um das Trinkwasser machen.
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  • Notstromaggregate sind nur dann notwendig, wenn Personen mit Erkrankungen, Tiere oder technische Systeme im Haushalt sind, die diese Energieversorgung benötigen (z.B. in Ställen, für Hebeanlagen für Abwasser, etc.)

Tipp: Mit einer Photovoltaikanlage ​​​​​​​in Verbindung mit einem notstromfähigen Stromspeicher muss man auch während eines Blackouts nicht gänzlich ohne Stromversorgung auskommen.

Welser Wasser fließt immer

Durch den hoch gelegenen Trinkwasserspeicher funktioniert das Leitungssystem im Raum Wels ohne zusätzliche Pumpen, daher sind Welser Haushalte auch im Krisenfall mit sauberem Trinkwasser versorgt.

Mit der Angst vor einem überregionalen Stromausfall ist immer  auch die bange Frage verbunden, ob denn bei einem solchen Blackout die Versorgung mit Trinkwasser noch gesichert sei. „Das können wir bei eww ganz klar mit einem Ja beantworten“, informiert Vorstandsdirektor Wolfgang Nöstlinger. Die Anlagen der eww Gruppe sind so ausgelegt, dass das Wasser aufgrund der Höhendifferenz von den Hochbehältern in Edtholz und Traunleiten in die Haushalte in Wels und angrenzende Gemeinden fließt. Der natürliche Wasserdruck reicht dafür aus. Nur bei etwas höher gelegenen Haushalten würde das Wasser nicht mehr mit ausreichendem Druck aus der Leitung fließen, deswegen wird dort mittels Pumpen nachgeholfen. Sollte der Strom für diese Pumpen ausfallen, beginnen Notstromaggregate zu laufen, sodass die Versorgung für alle ans eww Wassernetz angeschlossenen Kunden gesichert ist.