

Heute wird Fernwärme, ein Sekundärenergieträger wie Elektrizität, vor allem zur Deckung des Raumwärmebedarfs und zur Brauchwasserbereitung verwendet. Die Gewinnung der Fernwärme erfolgt im Fernheizkraftwerk, in einer Anlage die gleichzeitig Elektrizität und nutzbare Wärme erzeugt. Daneben kann solare, industrielle und andere Abwärme unter bestimmten Voraussetzungen zur Fernwärmeversorgung genutzt werden.
Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung
Fernwärme wird heute hauptsächlich in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen erzeugt. Kraftwerke dienen generell vorwiegend der Stromerzeugung, doch ergibt der Einbau spezieller Vorrichtungen eine bessere Nutzung des Brennstoffeinsatzes und vor allem einen wirtschaftlichen Nebeneffekt: Die ausgekoppelte Fernwärme speist das Fernwärmenetz der Stadt Wels. Dabei wird das Wasser in der Rohrleitung durch den Dampf in seiner Umgebung - in so genannten - Wärmetauschern, erhitzt. Den erforderlichen Dampf zieht man von den Turbinen der Stromgeneratoren ab. Pumpen sorgen für die Verteilung des Wassers im Netz. Andere Pumpen erzeugen den Druck, der das Verdampfen des heißen Wassers verhindert. Das Kraftwerk verliert durch die Kraft-Wärme-Kopplung zwar an elektrischer Leistung, spart aber andererseits bis zu drei Viertel der Energie, die ein gleichwertiges Heizwerk benötigen würde.
Bei einer Abwärmenutzung wird aus stromerzeugenden Kraftwerken, thermischen Müllverwertungsanlagen oder Industrieanlagen die Abwärme ausgekoppelt. Es ist daher nahe liegend, dass überall dort, wo wirtschaftlich vertretbar, die Koppelproduktion von elektrischer Energie und Fernwärme vorgenommen wird, wodurch eine wesentlich bessere Ausnutzung der Brennstoffe erzielt und der Primärenergiebedarf bei gegebenem Energieverbrauch gesenkt werden kann. Als Brennstoff wird Erdgas eingesetzt.
Grundlast, Mittellast, Spitzenkessel
Als Grundlast bezeichnet man die durchschnittliche Mindestmenge an Leistung, die in einem Fernwärmeverbund gewonnen wird. Sie besteht unabhängig von allen Lastschwankungen. Die Grundlast wird von Kraftwerken gedeckt, die rund um die Uhr arbeiten, Tag und Nacht, im Sommer wie im Winter. Die Mittellast der Kraft-Wärme-Kopplung trägt den weitaus größten Anteil an der Fernwärmeproduktion. Sie wird von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen produziert.
Spitzenkessel nennt man einen Gas- oder Ölverbrennungsofen, der angeheizt wird, wenn mehr Fernwärme benötigt wird, als die Grund- und Mittellasterzeuger aufbringen können. Fallen im Winter etwa die Temperaturen unter 0 Grad Celsius, wird ein Teil der Spitzenkessel dem Fernwärmeverbund zugeschaltet. Zudem dienen Spitzenkessel als Reserve, falls ein Mittel- oder Grundlasterzeuger ausfällt. Weiters wird die durch Lastschwankungen überschüssig erzeugte Wärme nicht durch Kühlanlagen gekühlt, sondern in einem 5 Millionen Liter großen Wärmespeicher gespeichert, um ebenfalls diese Wärme für Spitzenleistungen heranzuziehen.